Tittling, 03.09.2026 – Text und Fotos Christian Haidl
„Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“ Mit diesem bekannten Leitsatz von Friedrich Wilhelm Raiffeisen brachte Vorstandsvorsitzender Christian Kern bei der feierlichen Preisverleihung der „Sterne des Sports“ in Tittling auf den Punkt, worum es an diesem Nachmittag ging: um Gemeinschaft, Zusammenhalt und Menschen, die sich in besonderem Maße ehrenamtlich für andere Menschen in unserer Region einsetzen.
Die Raiffeisenbank i. Lkrs. Passau-Nord eG hatte zur Preisverleihung auf Regionalebene eingeladen, um das Engagement von vier Vereinen aus der Region zu würdigen. Der DJK-TC Büchlberg, die SG Saldenburg, die Sportschützen Tiefenbach und der Skiclub Dreiburgenland hatten mit ihren unterschiedlichen Projekten am Wettbewerb teilgenommen.
In seiner Begrüßung unterstrich Christian Kern die große Bedeutung der Vereine für das gesellschaftliche Leben. Sie seien Orte der Begegnung, des Zusammenhalts und des gemeinsamen Engagements. Gerade die vielen Ehrenamtlichen, die ihre Zeit und Energie für andere einsetzen, seien ein unverzichtbarer Bestandteil einer funktionierenden Gemeinschaft.
Die eingereichten Projekte wurden von einer dreiköpfigen Jury bewertet. Neben Vorstandsvorsitzendem Christian Kern und dem 1. Bürgermeister des Marktes Hutthurm, Maximilian Rosenberger, gehörte auch der dreifache Wanderweltmeister und Referent für Presse und Öffentlichkeitsarbeit beim Bayerischen Landes-Sportverband e. V. Werner Stangl zur Jury. Gemeinsam bewerteten sie die Projekte nach klar definierten Kriterien.
Dabei machte Kern auch deutlich, dass bei den „Sternen des Sports“ letztlich alle Teilnehmer Gewinner sind. Die Platzierungen sollten daher nicht den Wert des jeweiligen Engagements schmälern. Diese Haltung zeigte sich auch bei der anschließenden Bekanntgabe der Ergebnisse: Da zwei Projekte die Jury gleichermaßen überzeugten, wurde der dritte Platz zweimal vergeben.
Auch Maximilian Rosenberger, 1. Bürgermeister des Marktes Hutthurm, betonte die wichtige Rolle der Vereine. Besonders die Jugendarbeit sei ohne das Engagement der Vereine nicht denkbar. Sie böten Kindern und Jugendlichen Räume, in denen sie Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen und sich persönlich entwickeln können. Gleichzeitig könne sich die Gemeinde bei vielen Aufgaben auf die Vereine und deren engagierte Mitglieder verlassen. Dieses verlässliche Miteinander sei ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts vor Ort.
Klare Kriterien für die Entscheidung
Die eingereichten Projekte wurden nach mehreren Kriterien bewertet. Im Mittelpunkt standen unter anderem der konkrete Inhalt des Projekts, der Nutzen für den Verein, die Mitglieder und das regionale Umfeld sowie der Hintergrund des Engagements. Darüber hinaus wurde bewertet, ob ein Projekt Vorbildcharakter besitzt und sich möglicherweise auch auf andere Vereine übertragen lässt.
Dass die Entscheidung nicht leichtfiel, zeigte sich an der Qualität der eingereichten Projekte. Alle vier Vereine überzeugten mit ihrem außergewöhnlichen Einsatz und zeigten auf unterschiedliche Weise, wie Vereinsarbeit über den klassischen Sport hinauswirken kann.
DJK-TC Büchlberg holt den ersten Platz - Großer Stern des Sports in Bronze
Am Ende setzte sich der DJK-TC Büchlberg mit voller Punktzahl (39) an die Spitze. Als Preisgeld wurden 1.500,- € ausgelobt, welches zusammen mit Vorstand Matthias Bloch übergeben wurde.
Unter dem Motto „Mehr als Tennis. Ein Platz für alle.“ engagiert sich der Verein seit vielen Jahren für Inklusion, Gemeinschaft und gesellschaftliches Miteinander. Besonders beeindruckend ist der langjährige Einsatz im Rollstuhltennis, aus dem sich sogar ein internationales ITF-Rollstuhltennisturnier entwickelt hat.
Durch die Kooperation mit der Don-Bosco-Schule Passau ermöglicht der Verein außerdem Kindern und Jugendlichen mit körperlichen Einschränkungen regelmäßige sportliche Erfahrungen auf der barrierefreien Tennisanlage. Der DJK-TC Büchlberg übernimmt dabei sogar die Hallenkosten für die Schülerinnen und Schüler.
Mit rund 500 Mitgliedern und etwa 180 Kindern und Jugendlichen ist der Verein zudem ein wichtiger Treffpunkt für unterschiedliche Generationen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass sportliche Vereinsarbeit vor allem eines schaffen kann: einen Platz, an dem Menschen selbstverständlich dazugehören.
Mit dem ersten Platz qualifiziert sich der DJK-TC Büchlberg gleichzeitig für die Stufe auf Landesebene dieses bundesweiten Wettbewerbs, der unter der Schirmherrschaft von Philipp Lahm steht, und wird am 26. November 2026 zur Preisverleihung, wo es um den silbernen Stern geht, nach München eingeladen.
SG Saldenburg auf Platz zwei und ein Preisgeld von 1.000, - €
Den zweiten Platz erreichte die SG Saldenburg mit 34 Punkten.
Unter dem Leitgedanken „Gemeinsam mehr als Volleyball“ steht beim Verein nicht nur der Sport im Mittelpunkt. Die SG Saldenburg engagiert sich seit vielen Jahren für Gemeinschaft und soziale Verantwortung in der Region.
Besonders das Bayerwald Mixed Turnier zeigt, wie Sport und gesellschaftliches Engagement miteinander verbunden werden können. Als größtes Freiluft-Volleyballturnier Niederbayerns bringt die Veranstaltung Jugend-, Freizeit- und Leistungssport zusammen. Gleichzeitig werden jedes Jahr Spenden für bedürftige Familien aus der Region gesammelt.
Auch die frei zugängliche Beachanlage sowie weitere offene Veranstaltungen schaffen Begegnungen zwischen Menschen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen sportlichen Erfahrungen.
Zwei dritte Plätze – denn großes Engagement kennt nur Gewinner - jeweils 500,- €
Besonders wurde es bei der Vergabe des dritten Platzes: Die Sportschützen Tiefenbach 1874 e. V. und der Skiclub Dreiburgenland teilen sich den dritten Platz. Die Jury entschied sich bewusst dafür, beide Projekte gleichwertig auszuzeichnen – ganz im Sinne der Botschaft, die Christian Kern zuvor formuliert hatte: Bei den „Sternen des Sports“ gibt es keine Verlierer, sondern engagierte Gewinner.
Mit „Jugend bewegt Tiefenbach“ setzen die Sportschützen einen besonderen Schwerpunkt auf die Kinder- und Jugendarbeit. Neben dem Sport stehen Gemeinschaft, persönliche Entwicklung und Werte wie Fairness, Disziplin und Zusammenhalt im Mittelpunkt. Ausflüge, Teamtage, Ferienangebote und kreative Aktionen schaffen zusätzliche Begegnungsmöglichkeiten und stärken das Miteinander in der Gemeinde.
Der Skiclub Dreiburgenland überzeugte mit seinem Mattenskiprojekt, das Skifahren unabhängig von Schnee und Wetter möglich macht. Auf einer speziellen Kunststoffmatte können Kinder, Jugendliche und Erwachsene den Skisport erlernen und trainieren. Durch regelmäßige Öffnungstage, ehrenamtliche Betreuung und Kooperationen mit Schulen und Vereinen entsteht ein niedrigschwelliges Bewegungsangebot für die gesamte Region.
Anerkennung für alle Teilnehmer
Bei der Preisverleihung wurde deutlich, dass es bei den „Sternen des Sports“ um weit mehr als eine Rangliste geht. Im Mittelpunkt stehen die Menschen hinter den Projekten und ihr freiwilliger Einsatz für die Gemeinschaft.
Der Gedanke von Friedrich Wilhelm Raiffeisen – „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele“ – wurde damit zum passenden Leitmotiv des Nachmittags. Denn jedes der ausgezeichneten Projekte zeigt auf seine eigene Weise, was entstehen kann, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Die Raiffeisenbank Passau-Nord bedankt sich bei allen teilnehmenden Vereinen für ihr Engagement und ihren wichtigen Beitrag für die Region. Ob Inklusion, soziale Verantwortung, Kinder- und Jugendarbeit oder innovative Bewegungsangebote: Alle vier Projekte zeigen, wie wertvoll und unverzichtbar das Ehrenamt für unsere Gemeinschaft ist.
Die „Sterne des Sports“ machen dieses Engagement sichtbar und geben den vielen Ehrenamtlichen die Anerkennung, die sie verdienen. Und nach den Sternen ist vor den Sternen: Auch im kommenden Jahr bietet sich für Vereine aus der Region wieder die Möglichkeit, sich mit ihren besonderen Projekten und ihrem gesellschaftlichen Engagement zu bewerben. Denn vielleicht heißt es dann erneut: „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele.“